Edelmetall Lexikon: Alles über wertvolle Metalle
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Das Verständnis von Edelmetallen kann komplex sein. Oftmals fehlen klare, prägnante Informationen über ihre Eigenschaften, Anwendungen und ihren Wert. Anleger und Interessierte stehen vor der Herausforderung, verlässliche Quellen zu finden, die sowohl die Grundlagen als auch tiefere Einblicke bieten. Die Angst vor Fehlentscheidungen aufgrund mangelnden Wissens oder intransparenter Angebote ist verbreitet. Dies führt zu Unsicherheit beim Kauf oder Verkauf von Edelmetallen und erschwert die fundierte Entscheidungsfindung.
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Was dieses Edelmetall Lexikon bietet
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Der Weg zu Ihrem umfassenden Edelmetall Wissen
Das Lexikon ist so aufgebaut, dass Sie schnell und einfach zu den gesuchten Informationen gelangen.
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- Rat bei Fragen: Für individuelle Anliegen beim Kauf oder Verkauf wenden Sie sich an einen seriösen Fachhändler oder eine unabhängige Beratung.
I. Grundlagen: Was Edelmetalle auszeichnet
Edelmetalle sind eine Gruppe von Metallen, die sich durch ihre hohe Korrosionsbeständigkeit, besondere Ästhetik und Seltenheit auszeichnen. Diese Eigenschaften verleihen ihnen ihren hohen Wert und ihre vielfältigen Anwendungen. Historisch und auch in der modernen Zeit dienen sie als Wertspeicher und sind Schlüsselrohstoffe in vielen Industriebereichen. Ihre chemische Stabilität macht sie widerstandsfähig gegenüber Oxidation und Säuren, was sie von Basismetallen unterscheidet. Diese Beständigkeit ist ein zentrales Merkmal, das ihren dauerhaften Wert untermauert.
Merkmale von Edelmetallen
Edelmetalle teilen spezifische Eigenschaften, die sie von anderen Metallen abheben. Ihre geringe Reaktivität macht sie ideal für Anwendungen, die Langlebigkeit erfordern. Gold, beispielsweise, reagiert unter normalen Bedingungen nicht mit Sauerstoff oder den meisten Säuren. Platinmetalle (PGMs) wie Platin und Palladium besitzen ebenfalls eine außerordentliche Korrosionsbeständigkeit und hohe Schmelzpunkte. Diese Merkmale sind entscheidend für ihren Einsatz in industriellen Katalysatoren und elektronischen Bauteilen. Die Dichte vieler Edelmetalle ist ebenfalls hoch, was ihren physischen Wert pro Volumeneinheit erhöht.
Historische Bedeutung und Wertermittlung
Seit Jahrtausenden wurden Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber, als Zahlungsmittel und Wertanlage genutzt. Ihre begrenzte Verfügbarkeit und Schönheit trugen zur schnellen Akzeptanz als Tauschmittel bei. Im Laufe der Geschichte dienten sie als Basis für Währungssysteme wie den Goldstandard. Heute wird ihr Wert durch Angebot und Nachfrage an den globalen Rohstoffmärkten bestimmt, beeinflusst von wirtschaftlichen Unsicherheiten, Inflationserwartungen und industrieller Nachfrage. Die Seltenheit, die hohen Förderkosten und die psychologische Wertschätzung der Menschen spielen eine entscheidende Rolle bei der Preisbildung dieser kostbaren Metalle.
II. Die wichtigsten Edelmetalle im Detail
Im Folgenden werden die bedeutendsten Edelmetalle vorgestellt, die sowohl als Wertanlage als auch in industriellen Prozessen eine zentrale Rolle spielen. Jedes Metall besitzt spezifische Eigenschaften, die seine Anwendungen und seinen Wert bestimmen. Das Verständnis dieser Unterschiede ist entscheidend für jede Investitionsentscheidung oder industrielle Nutzung.
Gold (Au)
Gold ist das bekannteste und begehrteste Edelmetall. Seine einzigartige gelbe Farbe, sein Glanz und seine chemische Beständigkeit haben es seit jeher zu einem Symbol für Reichtum und Macht gemacht. Gold ist äußerst dehnbar und formbar, was seine Verarbeitung in Schmuck und Münzen erleichtert. Es widersteht Oxidation und Korrosion unter den meisten Bedingungen. Diese Eigenschaften, kombiniert mit seiner Seltenheit, machen Gold zu einem idealen Wertspeicher in turbulenten wirtschaftlichen Zeiten.
Anwendungen von Gold
- Schmuck: Der größte Teil des geförderten Goldes wird in der Schmuckindustrie verwendet.
- Anlage: Goldmünzen und Barren sind beliebte Investitionsformen.
- Industrie: In Elektronik (Leitfähigkeit), Zahnmedizin (Biokompatibilität) und Raumfahrttechnik.
- Medizin: Gold wird in einigen medizinischen Behandlungen und Diagnoseverfahren eingesetzt.
Silber (Ag)
Silber ist ein weiteres klassisches Edelmetall, bekannt für seine ausgezeichnete elektrische Leitfähigkeit, Wärmeleitfähigkeit und seinen hellen, weißen Glanz. Obwohl Silber reaktiver ist als Gold und mit Schwefelwasserstoff in der Luft anläuft, wird es aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften in vielen Industrien geschätzt. Sein Preis ist tendenziell volatiler als der von Gold, was aber auch größere Gewinnchancen bieten kann.
Anwendungen von Silber
- Industrie: Hauptsächlich in der Elektro- und Elektronikindustrie (Kontakte, Leiter), Solartechnik und Fotografie (historisch).
- Schmuck und Besteck: Aufgrund seines Glanzes und seiner Formbarkeit vielseitig einsetzbar.
- Medizin: Antibakterielle Eigenschaften werden in medizinischen Geräten und Wundauflagen genutzt.
- Anlage: Silbermünzen und Silberbarren sind eine beliebte Alternative oder Ergänzung zu Goldinvestitionen.
Platin (Pt)
Platin gehört zu den Platinmetallen (PGMs) und ist ein sehr dichtes, duktiles und äußerst korrosionsbeständiges Edelmetall. Es ist seltener als Gold und Silber und besitzt einen höheren Schmelzpunkt. Platin ist bekannt für seine hohe Katalysatorwirkung, was es für zahlreiche industrielle Anwendungen unersetzlich macht. Sein Preis kann stark von der industriellen Nachfrage, insbesondere aus der Automobilindustrie, beeinflusst werden.
Anwendungen von Platin
- Automobilindustrie: Hauptbestandteil von Katalysatoren zur Abgasreinigung.
- Schmuck: Aufgrund seiner Beständigkeit und seines eleganten Aussehens beliebt.
- Medizin und Zahnmedizin: In Implantaten und Dentallegierungen.
- Chemieindustrie: Als Katalysator in Prozessen zur Herstellung von Salpetersäure und Silikonen.
Palladium (Pd)
Palladium ist ebenfalls ein Mitglied der Platinmetalle und ähnelt Platin in vielen Eigenschaften, ist jedoch leichter und hat einen niedrigeren Schmelzpunkt. Es ist ebenfalls ein hervorragender Katalysator und spielt eine entscheidende Rolle in der Automobilindustrie, wo es neben Platin in Katalysatoren eingesetzt wird. Die Nachfrage nach Palladium ist in den letzten Jahren aufgrund strengerer Emissionsvorschriften stark gestiegen.
Anwendungen von Palladium
- Automobilindustrie: Zentral in der Herstellung von Katalysatoren.
- Elektronik: In Kontakten und Kondensatoren.
- Zahnmedizin: Als Bestandteil von Dentallegierungen.
- Chemie: In Wasserstoff-Membranfiltern und als Katalysator.
Rhodium (Rh)
Rhodium ist das seltenste und teuerste der Platinmetalle. Es ist außergewöhnlich hart, korrosionsbeständig und glänzend. Rhodium wird hauptsächlich in Legierungen zur Härtung von Platin und Palladium verwendet und ist ein wesentlicher Bestandteil von Katalysatoren, insbesondere für Dieselmotoren. Seine hohe Reflexionsfähigkeit macht es auch für optische Anwendungen wertvoll.
Anwendungen von Rhodium
- Automobilindustrie: Katalysatoren, insbesondere für strenge Abgasnormen.
- Schmuck: Zur Beschichtung von Weißgold und Silber zur Verhinderung des Anlaufens und zur Erhöhung des Glanzes (Rhodinieren).
- Chemie: Als Katalysator in spezifischen chemischen Prozessen.
Iridium (Ir)
Iridium ist das korrosionsbeständigste aller Metalle und extrem dicht. Es ist zudem sehr hart und spröde, was seine Verarbeitung erschwert. Aufgrund seiner extremen Widerstandsfähigkeit gegen hohe Temperaturen und Korrosion wird Iridium in Spezialanwendungen eingesetzt, wo extreme Bedingungen herrschen.
Anwendungen von Iridium
- Hochtemperaturlegierungen: In Zündkerzen, Tiegeln und elektrischen Kontakten.
- Medizin: In der Strahlentherapie.
- Elektronik: In OLED-Fertigung.
Ruthenium (Ru)
Ruthenium ist ein seltenes und hartes Platinmetall, das häufig zur Härtung von Platin und Palladium verwendet wird. Es besitzt sehr gute elektrische Eigenschaften und wird daher in der Elektronikindustrie eingesetzt. Ruthenium ist auch ein effektiver Katalysator in der chemischen Industrie.
Anwendungen von Ruthenium
- Elektronik: In elektrischen Kontakten und Festplatten.
- Chemie: Als Katalysator.
- Legierungen: Zur Härtung von Platin und Palladium.
Osmium (Os)
Osmium ist das dichteste natürlich vorkommende Element und extrem hart und spröde. Es besitzt einen sehr hohen Schmelzpunkt und ist chemisch träge. Aufgrund seiner Toxizität in oxidierter Form und seiner Brüchigkeit wird es nur in sehr spezialisierten Anwendungen eingesetzt, meist in Legierungen.
Anwendungen von Osmium
- Speziallegierungen: In Füllfederhalterspitzen, Plattenspielernadeln und elektrischen Kontakten.
- Medizin und Biologie: Als Färbemittel für Mikroskopie.
III. Edelmetalle als Wertanlage: Eine sichere Zuflucht?
Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber, zählen seit Jahrtausenden zu den bevorzugten Anlageformen. Ihre physische Präsenz, universelle Akzeptanz und Unabhängigkeit von staatlichen Währungssystemen machen sie zu einer attraktiven Option für Anleger, die ihr Vermögen langfristig sichern möchten. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Inflation gewinnen Edelmetalle oft an Bedeutung und fungieren als „sicherer Hafen“.
Gründe für Investitionen in Edelmetalle
- Werterhaltung: Edelmetalle, besonders Gold, gelten als exzellenter Inflationsschutz und bewahren ihre Kaufkraft über lange Zeiträume.
- Krisensicherheit: In Zeiten wirtschaftlicher oder politischer Turbulenzen tendieren Edelmetalle dazu, ihren Wert zu behalten oder sogar zu steigern, während andere Anlageklassen fallen.
- Diversifikation: Eine Beimischung von Edelmetallen im Portfolio kann das Gesamtrisiko reduzieren, da sie oft eine geringe Korrelation zu anderen Assets wie Aktien oder Anleihen aufweisen.
- Physischer Besitz: Die Möglichkeit des direkten physischen Besitzes bietet ein Gefühl der Sicherheit und Unabhängigkeit von Finanzinstituten.
- Angebot und Nachfrage: Die begrenzte Verfügbarkeit unterstützt langfristig den Wert, insbesondere bei steigender industrieller Nachfrage.
Formen der Edelmetallanlage
Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, in Edelmetalle zu investieren:
- Physische Edelmetalle:
- Barren: Erhältlich in verschiedenen Größen, von kleinen Einheiten bis zu Kilobarren. Bietet oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Münzen: Anlage-, Gedenk- oder Sammlermünzen, die zusätzlich einen numismatischen Wert besitzen können. Beliebt sind Münzen wie der Krügerrand oder der Maple Leaf.
- Edelmetall-ETCs (Exchange Traded Commodities): Börsengehandelte Wertpapiere, die den Preis eines Edelmetalls abbilden. Sie sind einfacher zu handeln als physische Metalle, erfordern aber Vertrauen in den Emittenten.
- Edelmetall-Aktien: Investition in Unternehmen, die Edelmetalle fördern oder verarbeiten. Der Wert ist hier an die Geschäftsentwicklung des Unternehmens sowie an den Metallpreis gekoppelt.
- Edelmetall-Fonds: Professionell verwaltete Fonds, die in physische Edelmetalle, ETCs oder Minenaktien investieren.
Risiken und Chancen
Obwohl Edelmetalle als sichere Anlage gelten, sind sie nicht ohne Risiken. Preisvolatilität kann auftreten, beeinflusst durch makroökonomische Faktoren, Zinsentscheidungen und geopolitische Ereignisse. Lagerkosten und Aufschläge beim Kauf und Verkauf (Spreads) müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Chancen liegen jedoch in der Möglichkeit, von Wertsteigerungen zu profitieren und das Portfolio gegen inflationäre Tendenzen oder Finanzkrisen abzusichern. Eine fundierte Entscheidung erfordert stets eine individuelle Analyse der eigenen Finanzsituation und Ziele.
IV. Industrielle Anwendungen von Edelmetallen
Abseits ihrer Rolle als Wertanlage sind Edelmetalle unverzichtbar für eine Vielzahl von industriellen Prozessen und High-Tech-Anwendungen. Ihre einzigartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften machen sie zu einem fundamentalen Bestandteil moderner Technologien. Die industrielle Nachfrage ist ein bedeutender Faktor für die Preisentwicklung dieser Metalle. Ohne sie wären viele Errungenschaften der modernen Welt undenkbar.
Elektronik und Elektrotechnik
Die überragende elektrische Leitfähigkeit von Gold, Silber und den Platinmetallen macht sie unersetzlich in der Elektronik.
- Gold: Wird in Kontaktflächen, Leiterbahnen und Steckverbindern von Computern, Smartphones und anderen elektronischen Geräten eingesetzt, um die Signalintegrität und Korrosionsbeständigkeit zu gewährleisten.
- Silber: Aufgrund seiner höchsten elektrischen Leitfähigkeit wird es in Schaltern, Kontakten und in der Solartechnik (Photovoltaik-Zellen) verwendet.
- Platinmetalle (Palladium, Ruthenium, Rhodium): Finden Anwendung in Kondensatoren, Relais und speziellen Leiterplatten aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Beständigkeit.
Automobilindustrie
Die Platinmetalle sind das Herzstück der modernen Abgasreinigung.
- Platin, Palladium und Rhodium: Diese Metalle wirken als Katalysatoren in Fahrzeugkatalysatoren, wandeln schädliche Abgase (Kohlenmonoxid, Stickoxide, unverbrannte Kohlenwasserstoffe) in weniger schädliche Substanzen um. Palladium wird überwiegend für Benziner eingesetzt, Platin und Rhodium zunehmend auch für Dieselmotoren. Strengere Emissionsvorschriften erhöhen ständig die Nachfrage nach diesen Metallen.
Medizin und Zahnmedizin
Die Biokompatibilität und Korrosionsbeständigkeit vieler Edelmetalle eröffnet vielfältige medizinische Anwendungen.
- Gold: Wird in Dentallegierungen für Kronen, Brücken und Füllungen verwendet, aber auch in der Diagnose und Therapie (Nanopartikel).
- Platin und Palladium: Kommen in Dentallegierungen und in medizinischen Geräten zum Einsatz. Platinbasierte Medikamente werden in der Chemotherapie gegen bestimmte Krebsarten eingesetzt.
- Silber: Seine antibakteriellen Eigenschaften machen es nützlich in Wundauflagen, Beschichtungen von Medizingeräten und als Desinfektionsmittel.
- Iridium: Wird in der Strahlentherapie eingesetzt.
Chemieindustrie
Edelmetalle sind unverzichtbare Katalysatoren für eine Vielzahl chemischer Reaktionen.
- Platin und Palladium: Werden zur Herstellung von Salpetersäure, Kunststoffen und in der Petrochemie zur Raffination von Rohöl verwendet. Palladium ist auch ein Katalysator für Hydrierungsreaktionen.
- Rhodium und Ruthenium: Katalysatoren in Prozessen zur Synthese von Essigsäure, Vitaminen und Pharmazeutika.
Sonstige Anwendungen
- Schmuck: Gold, Silber, Platin und neuerdings Palladium sind die bevorzugten Metalle für die Herstellung von Schmuck aufgrund ihrer Schönheit, Beständigkeit und Formbarkeit.
- Tiegel: Iridium wird verwendet, um Tiegel für das Wachstum von Einkristallen bei hohen Temperaturen herzustellen.
- Optische Geräte: Rhodium wird für die Beschichtung von Spiegeln und optischen Instrumenten verwendet, da es eine hohe Reflexionsfähigkeit besitzt.
Die breite Palette dieser industriellen Nutzungen unterstreicht die fundamentale Bedeutung von Edelmetallen für den technologischen Fortschritt und die moderne Zivilisation. Ihre begrenzte Verfügbarkeit und die steigende Nachfrage in zukunftsweisenden Industrien stützen ihre Wertbeständigkeit und sprechen dafür, dass Edelmetalle auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.
V. Handel und Lagerung von Edelmetallen
Der Handel und die Lagerung von Edelmetallen erfordern Sorgfalt und Kenntnis der verschiedenen Optionen. Egal, ob Sie physische Metalle erwerben oder in derivative Produkte investieren möchten, die richtige Strategie sichert Ihren Wert und minimiert Risiken.
Der Kauf von Edelmetallen
Beim Kauf von Edelmetallen gibt es verschiedene Wege und Aspekte zu beachten:
- Seriöse Händler: Wählen Sie stets etablierte und vertrauenswürdige Händler mit guten Bewertungen und Zertifizierungen. Achten Sie auf transparente Preisgestaltung und klare Geschäftsbedingungen.
- Preisinformation: Vergleichen Sie Preise und Aufschläge (Prämien) zwischen verschiedenen Anbietern. Der Preis für Barren und Münzen setzt sich aus dem reinen Metallwert (Spotpreis) zuzüglich eines Aufschlags für Herstellung, Handel und Gewinnmarge zusammen.
- Reinheit und Zertifizierung: Achten Sie auf die Reinheit des Metalls (z.B. 999.9 für Feingold) und auf Herstellerpunzen oder Zertifikate bekannter Scheideanstalten wie Argor-Heraeus, Perth Mint oder Umicore. Diese garantieren die Echtheit und Qualität.
- Steuerliche Aspekte: In der EU ist Anlagegold von der Mehrwertsteuer befreit, während beim Kauf von Silber, Platin und Palladium grundsätzlich Mehrwertsteuer anfällt, teils in Form der Differenzbesteuerung. Informieren Sie sich über die lokalen Bestimmungen.
Lagerung von physischen Edelmetallen
Die sichere Lagerung ist entscheidend für den Werterhalt Ihrer physischen Edelmetalle.
- Zuhause: Für geringe Mengen kann ein feuerfester Tresor zuhause eine Option sein. Stellen Sie sicher, dass der Tresor angemessen befestigt und versichert ist. Bedenken Sie jedoch das Einbruchsrisiko.
- Banktresorfach: Eine traditionelle und relativ sichere Option ist ein Bankschließfach. Beachten Sie, dass der Inhalt oft nur bis zu einem bestimmten Betrag versichert ist und im Falle einer Bankenkrise der Zugriff eingeschränkt sein könnte.
- Professionelle Lagerung: Von Drittanbietern angebotene Hochsicherheitslager (Zolllager oder außerbörsliche Lager) bieten die höchste Sicherheit, oft inklusive Versicherung und Zugang zu Liquidität. Dies ist besonders für größere Mengen sinnvoll. Hier können auch steuerliche Vorteile bei der Lagerung von Silber, Platin und Palladium als sogenanntes „Zollfreilagergut“ entstehen.
- Verwahrungsart: Bei der Auslagerung an Dritte ist zu unterscheiden zwischen „segregierter“ Lagerung (Ihre Metalle sind physisch abgetrennt und eindeutig Ihnen zuordenbar) und „fungibler“ Lagerung (Sie besitzen einen Anteil an einem Metallpool). Segregierte Lagerung bietet mehr Sicherheit bei der Herausgabe.
Derivate und andere Anlageprodukte
Wenn Sie nicht physisch lagern möchten, bieten sich Derivate an:
- ETCs und ETFs: Börsengehandelte Produkte, die den Preis eines Edelmetalls abbilden. Achten Sie darauf, ob diese physisch besichert sind und wo die Metalle gelagert werden.
- Minenaktien: Aktien von Unternehmen, die Edelmetalle fördern. Hier investieren Sie in das Unternehmen und nicht direkt in das Metall. Ihr Investment ist Risiken wie Managementfehlern, Förderproblemen oder Umweltschäden ausgesetzt.
- Futures und Optionen: Komplexe Derivate, die von erfahrenen Anlegern zur Spekulation oder Absicherung eingesetzt werden. Sie sind mit hohen Risiken verbunden.
Eine sorgfältige Planung und die Auswahl geeigneter Partner sind entscheidend, um Ihre Edelmetalle sicher und werthaltig zu halten. Dieses Edelmetall Lexikon soll Ihnen eine erste Orientierung bieten, ersetzt jedoch keine individuelle Beratung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Was sind die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines Edelmetalls als Anlage?
Die wichtigsten Kriterien sind die Volatilität des Metalls, seine Liquidität, die steuerlichen Aspekte beim Kauf und Verkauf sowie Ihre individuellen Anlageziele und Risikobereitschaft. Gold gilt als „sicherer Hafen“, während Silber und Platinmetalle stärker von der industriellen Nachfrage beeinflusst werden.
2. Ist es besser, physische Edelmetalle zu kaufen oder in Derivate zu investieren?
Dies hängt von Ihren Präferenzen ab. Physische Edelmetalle bieten die höchste Sicherheit und Unabhängigkeit, erfordern aber oft Lagerkosten und sind weniger liquide. Derivate wie ETCs sind leichter handelbar und erfordern keine physische Lagerung, sind aber an die Bonität des Emittenten gekoppelt.
3. Wie wirkt sich die Mehrwertsteuer auf den Kauf von Edelmetallen aus?
Anlagegold ist in der EU von der Mehrwertsteuer befreit. Dazu zählen Barren ab 995 Tausendstel Feingehalt sowie Münzen ab 900 Tausendstel, die nach 1800 geprägt wurden und gesetzliches Zahlungsmittel sind. Bei Silber, Platin und Palladium wird beim Kauf in der Regel Mehrwertsteuer fällig, es sei denn, sie werden in einem Zollfreilager erworben und verbleiben dort. Informieren Sie sich über die genauen Bestimmungen in Ihrem Land.
4. Wie erkenne ich seriöse Edelmetallhändler?
Seriöse Händler zeichnen sich durch transparente Preisgestaltung, positive Kundenbewertungen, Mitgliedschaft in Branchenverbänden oder Zertifizierungen aus. Sie bieten klare Informationen zu Lieferzeiten, Lagerung und den AGBs. Das Edelmetall Lexikon allein ist kein Ersatz für qualifizierte Partner.
5. Welche Edelmetalle sind am besten für Anfänger geeignet?
Für Anfänger eignen sich in der Regel Gold (Barren oder gängige Anlagemünzen) und Silber (Barren). Diese Metalle sind weit verbreitet, gut handelbar und ihre Preisentwicklung ist gut nachvollziehbar. Legen Sie Wert auf etablierte Produkte und lassen Sie sich gut beraten.
Fazit: Wissen als Grundlage für jede Edelmetallentscheidung
Tauchen Sie tiefer in die Welt der Edelmetalle ein. Dieses Edelmetall Lexikon dient Ihnen dabei als Kompass. Informieren Sie sich umfassend, vergleichen Sie Optionen und treffen Sie fundierte Entscheidungen. Vor einem Kauf oder Verkauf lohnt es sich, Angebote mehrerer seriöser Händler einzuholen und sich Feingehalt, Gewicht und Preis schriftlich nennen zu lassen.


